BBA

CHRIS KONDEK PIXEL DESIRES

ÜBER DIE AUSSTELLUNG

AUSTELLUNG

22.01. - 21.02.2026

ÖFFNUNGSZEITEN

DIENSTAG – SAMSTAG

12:00 – 18:00

STANDORT

BBA GALLERY
KÖPENICKER STR 96
10179 BERLIN

ARTIST TALK

SAMSTAG 14. FEBRUAR
13:00

LATE EVENING

WEDNESDAY 11. FEBRUAR
18:00 - 21:00 UHR

BBA Gallery präsentiert „Pixel Desires“, die erste Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers und Regisseurs Chris Kondek. Die Ausstellung zeigt eine neue Serie von Arbeiten, in der Kondek seine langjährige Auseinandersetzung mit digitalen Systemen, Code und Kontrolle von der Bühne in generative, algorithmische Bildwelten überträgt.


Kondeks Werke beginnen mit einer einfachen Fotografie – einem Index der Realität –, die anschließend von einem eigens entwickelten Algorithmus transformiert wird. Über 2.000 iterative Schritte hinweg wird jeder Pixel langsam und systematisch verschoben. Diese Bewegung ist nicht zufällig, sondern folgt einer simulierten Logik aus Fluss und Turbulenz, die den Weg jedes Pixels bestimmt und eine unsichtbare Choreografie im digitalen Raum entstehen lässt. Die resultierenden Bilder bewegen sich in einem faszinierenden Zwischenraum: Landschaften, die zugleich organisch und prozedural wirken und Assoziationen zu Erinnerung, geologischer Erosion oder dem Fließen von Daten und Code wecken.
Im Kern von Pixel Desires steht eine Reflexion über Kontrolle und Wahrnehmung in einer algorithmischen Welt. Die Ausstellung zeigt, wie das, was wir sehen, durch Regeln geprägt wird, die unsichtbar bleiben. Der Algorithmus in Kondeks Arbeiten wird so zu einer kraftvollen Metapher für die unsichtbaren Kräfte, die bestimmen, wie Informationen, Bilder und Identitäten im digitalen Raum zirkulieren und sich transformieren. Jeder Pixel gewinnt eine Art Eigenständigkeit, löst sich aus seiner ursprünglichen Position, folgt seinem „Verlangen“ und bleibt gleichzeitig strikt an die größere, unsichtbare Logik des Systems gebunden.


Dieses Prinzip spiegelt unsere zeitgenössische Situation wider: Das Bild, still von unsichtbarem Code geformt und entlang vorgegebener Pfade fließend, wird zur Metapher für die subtilen Mechanismen, die unsere Wahrnehmung prägen. Der visuelle Effekt – der wie organische Emergenz oder digitale Erosion wirken mag – ist die berechnete Spur eines Systems, das still Kontrolle ausübt. Die Arbeiten sind nicht nur abstrakte Kompositionen, sondern pointierte Reflexionen darüber, wie die unsichtbare Hand der Berechnung unsere Wahrnehmung Pixel für Pixel verändert.



ÜBER DEN KÜNSTLER

Chris Kondeks künstlerische Praxis ist tief in Medien, Performance und der Untersuchung digitaler Infrastrukturen verwurzelt. Geboren in Boston, begann er seine Karriere mit der wegweisenden Wooster Group in New York und arbeitete mit Laurie Anderson zusammen, bevor er 1999 nach Berlin zog. Seine charakteristische Bildsprache prägt seitdem bedeutende Theater-, Tanz- und Opernproduktionen in ganz Europa, darunter gefeierte Kooperationen mit Meg Stuart, Pierre Audi, Sebastian Baumgarten und Lydia Steier – darunter auch die Auszeichnung „Oper des Jahres“ 2016 für seine Arbeit an Stockhausens Donnerstag aus Licht.


Neben seiner Arbeit als Designer ist Kondek Mitbegründer und Leiter von doublelucky productions, einer Medien-Performance-Gruppe, die sich der Erforschung unsichtbarer digitaler Architekturen widmet, die das moderne Leben prägen. Sein jüngster Schritt hin zu generativen, algorithmischen Bildwelten ist eine natürliche Fortsetzung dieser langjährigen Untersuchung. Die gleichen Systeme, Architekturen und Muster, die seine gefeierten Bühnenarbeiten antreiben, finden nun Ausdruck in der stillen, komponierten Dramatik der Einzelbilder. Chris Kondek ist derzeit Professor für Interdisziplinäre Künstlerische Praxis und Theorie an der Universität der Künste Berlin.

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